27. Feb. 2007
Praktische Hilfe für Demenzkranke und ihre Angehörigen will die neu gegründete “Deutsche Demenz Stiftung – Vergissmeinnicht” leisten. Ihre Ziele sind, Aufmerksamkeit für das Krankheitsbild der schweren Demenz zu erzeugen, Familien in ihrer schwierigen Situation zu unterstützen sowie geeignete Pflegeeinrichtungen für Demenzkranke schaffen. Initiator Stefan Roggenkamp erhielt heute die offizielle Stiftungsurkunde aus den Händen von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl.
“Die Gegebenheiten des deutschen Pflegesystems sind oft unzureichend; dies gilt insbesondere für Pflegeeinrichtungen. Eine wirklich gute Pflege, wie sie meistens von privaten Organisationen angeboten wird, ist häufig sehr teuer und für die Betroffenen schlichtweg nicht bezahlbar”, sagt Roggenkamp. Daher möchte die Stiftung Vergissmeinnicht ein eigenes Konzept von dementen Wohngemeinschaften in Deutschland etablieren. Diese Gemeinschaften sollen auf einer non-profit Basis betrieben werden. “Wir möchten gute Pflege bezahlbar machen”, so Roggenkamp. Die erste Pflegeeinrichtung wird die Stiftung in diesem Jahr im “Alten Parkhotel” Gütersloh einrichten.
Das angedachte Pflegekonzept ist einzigartig in Deutschland: Die Pflege übernimmt, anders als in einem etablierten Pflegeheim, ein ambulanter Pflegedienst. Um eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, soll eine “Heimmutter” ständig in der Gemeinschaft wohnen.
“Angehörige eines an Demenz erkrankten Menschen benötigen nicht nur finanzielle Hilfe, sondern auch organisatorische und rechtliche Unterstützung. Diese kann schon bei scheinbar einfachen Dingen beginnen, z.B. bei der Korrespondenz mit Krankenkassen oder der Beschaffung eines adäquaten Heimplatzes”, erläutert Roggenkamp. Daher plant die Stiftung, eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige einzurichten. Mit ihrem Konzept möchte die Stiftung auch “Hilfe zur Selbsthilfe” anbieten. Geplant ist, die Erfahrungen der “Vergissmeinnicht” bei der Errichtung einer dementen Wohngemeinschaft weiterzugeben. “Damit kann ein in Gütersloh funktionierendes Konzept auch in Flensburg oder Garmisch umgesetzt werden”, so Roggenkamp, der in der Stiftung ehrenamtlich tätig ist. (Weiterlesen …)